Donnerstag, 20. Juni 2013

Horror Factory - Das Interview

Vincent Preis: Hallo Uwe, die HORROR FACTORY ist gestartet. Zufrieden mit der bisherigen Resonanz?

Uwe Voehl: Nach drei Wochen gibt es noch nicht sehr viele Stimmen zu den ersten beiden Bänden. Ich habe keine Erfahrung mit E-Books, weiß also nicht, ob das normal ist. Das meiste Feedback kam bisher zu Crazy Wolf von Christian Endres.

Vincent Preis: Den Auftakt bot Wolfgang Hohlbein mit „Pakt mit dem Tod“. Warum ausgerechnet Hohlbein und worum geht es in dem Roman?

Uwe Voehl: Nun, Hohlbein ist erstens einem breiten Publikum bekannt. Er ist ein Bestsellerautor. Und zweitens schreibt er nun mal verdammt gut.

Vincent Preis: Band 2 ist Crazy Wolf von Christian Endres. Eine Werwolfgeschichte? Und warum würdest du gerade diesen Band empfehlen?

Uwe Voehl: Ich glaube, Christian Endres hat von uns Autoren den geborenen E-Book-Stil, vielleicht hat er ihn auch nur für die HORROR FACTORY erfunden, ich weiß nicht: Rasant, spektakulär, spannend. Er ist kurzweilig wie ein Superhelden-Comic und gleichzeitg so tiefsinnig und zu Tränen rührend wie einer dieser breitwandigen Hollywood-Schinken.

Vincent Preis: Nächste Woche erscheint Band 3. Christian Montillon mit Der Blutflüsterer. Worum geht es da?
Uwe Voehl: Eigentlich sehr witzig: Christian wollt ursprünglich schon seit Langem eine Art „Clive-Barker-und-Bücher-des-Blutes“-Hommage schreiben. Irgendwie kam ein Buch dann am Ende der Geschichte nur am Rande vor. Es ist dann ein Bild geworden.

Vincent Preis: Alle zwei Wochen eine Geschichte, es handelt sich aber um keinen Heftroman. Was also genau ist die HORROR FACTORY und nach welchen Kriterien wählst du die Bände aus?

Uwe Voehl: Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass man nicht mehr von Heftroman, sondern von Romanheft spricht. Bereits im Konzept steht klipp und klar, dass wir mit Heftromanen, pardon: Romanheften, allenfalls die Länge gemeinhaben, aber nicht das Niveau, das mit diesem Begriff ausgedrückt ist. Für die erste Staffel habe ich gezielt die Autoren angesprochen, von denen ich mir sicher war, dass sie auf diesem Niveau schreiben können. Ich werde mir immer bewusster, welche Chancen eine Serie wie HORROR FACTORY für die Horror-Literatur in Deutschland bedeutet. Ich möchte, dass man sich auch noch in zwanzig Jahren daran erinnert. Im Sinne von „Weißt du noch …“ und glänzende Augen bekommt.

Vincent Preis: Im August kommt ein Band von dir. Worüber darf man sich freuen?

Uwe Voehl: Ein Stoff, der mir schon seit über zehn Jahren im Kopf herumspukt. Vordergründig eine Zombie-Geschichte. Aber es geht tiefer. Ich hoffe, dass ich sie viele Bände lang vorantreiben kann, um diese Tiefe auszuloten. Geplant ist bisher nur eine Trilogie, die aber allenfalls nur den Anfang abdeckt.

Vincent Preis: Die Autoren sind ja recht gemischt. Einerseits einschlägig aus Serien bekannte Romanautoren wie Hohlbein, Montillon, Weinland, Stahl und du. Andererseits Michael Marrak, der ja eher für eigene Werke steht und mit Christian Endres ein Newcomer. Ein gewollter Mix oder auch Vorgabe vom Verlag?

Uwe Voehl: Nein, ich habe völlig freie Hand. Der Mix ist von mir gewollt. Hohlbein war natürlich Verlagswunsch, und etwas Besseres konnte der Reihe gar nicht passieren, als zu Beginn einen Roman von Wolfgang zu präsentieren. „Einschlägig bekannt“ klingt ja schon eher negativ, wobei es so ist, dass eben auch Autoren ihr Geld verdienen müssen. Zum Beispiel ist gar nicht bekannt, welch großartiger Horror-Autor Michael Markus Thurner ist! Er hat einige bemerkenswerte Romane für die Serie „Das Haus Zamis“ geschrieben, daher wusste ich, was er drauf hat. Von Anfang an wollte ich aber auch Autoren ins Spiel bringen, die einen ganz anderen Hintergrund haben: Wie Christian Endres. Der ist natürlich kein Anfänger, im Gegenteil, aber die HORROR FACTORY bietet ihm zum ersten Mal die Chance, auf der ganz großen Bühne zu stehen. Und diese Chance hat er perfekt gemeistert. Oder Autoren wie Oliver Buslau und Robert C. Marley (Gerald Hagemann), die eher als Krimi-Autoren bekannt sind, aber eindeutig ihre Wurzeln im Horror haben. Oder zumindest ein Faible dafür. Weiterhin stehe ich in Kontakt mit einem recht bekannten Independant-Autor. Mal sehen … Also: Für Ideen und Autoren von außerhalb der eingefahrenen Horror-Pfade bin ich immer zu haben.

Vincent Preis: Kannst du einen kleinen Ausblick geben. Wie viele Bände sind schon fertig und auf was dürfen wir uns freuen.

Uwe Voehl: Im Moment sitze ich an den letzten beiden Bänden der ersten Staffel bis E-Book 13. Einer davon wird von mir stammen (der zweite Teil von NECROVERSUM), der andere Band von Michael Marrak. Er war vorgestern bei mir zu Besuch, und ich durfte zumindest schon mal den Anfang und den letzten Satz seines noch unkorrigierten Manuskripts lesen. Der Roman heißt nun „Epitaph“.

Vincent Preis: Die Bände erscheinen als ebook, aber auch als Hörbuch. Kannst du was zu den Hörbüchern sagen?

Uwe Voehl: Ich habe bislang noch kein einziges Belegexemplar, daher kann ich wenig dazu sagen. Das klingt altmodisch, ich weiß, aber ich bin immer noch der Typ, der eine CD in den Recorder legt, anstatt mit Kopfhörern durch die Welt zu laufen. Aber ich habe immerhin ein E-Book, ich schwöre!

Ich habe vom Verlag seinerzeit eine Hörprobe von „Crazy Wolf“ erhalten und war begeistert. Der Sprecher verleiht gerade diesem speziellen Stil eine zusätzliche Dimension.

Vincent Preis: Wird es die HORROR FACTORY auch in gedruckter Form geben?

Uwe Voehl: Nein, die Pläne gehen eindeutig in Richtung digitaler Vermarktung.

Vincent Preis: Vielleicht noch ein letztes Wort an die Leser der HORROR FACTORY!

Uwe Voehl: Lest und lauscht! Und gebt der Reihe eine faire Chance, auch wenn der ein oder andere Roman vielleicht nicht so euer Ding ist. Im Moment loten wir sämtliche Richtungen aus.


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