Dienstag, 31. März 2020

Vincent Preis 2019 läuft normal weiter!

Der Vincent Preis 2019 läuft ganz normal weiter. Eure Stimmen sind weiterhin willkommen. 
Da der Marburg Con abgesagt ist, werden die Ergebnisse im Chat des Phantastik Literatur Forum verkündet.
Das Nominierungsende bleibt der 30.4.2020

Der genaue Tag der Ergebnisverkündung wird im Laufe des Monats bekannt gegeben.

Zur Abstimmung: 
Vincent Preis 2019

Donnerstag, 26. März 2020

Die Schauerliste April 2020

An dieser Stelle wollen wir regelmäßig beachtenswerte Werke des Genres Horror und unheimliche Phantastik präsentieren. Diese Schauerliste hat keine Vorgaben, es werden Neuerscheinungen ebenso wie Klassiker, aber auch Youngtimer, also Geschichten, die weder alt noch neu sind, berücksichtigt. 
Auch ist es völlig egal, ob es sich um lange oder kurze Romane oder Storysammlungen handelt. Renommierte Verlage, Autoren und Kritiker nennen uns ihre Favoriten, und wir geben ihnen hier eine Plattform. 

Andreas Gruber - Der Judas-Schrein (Festa 2005, Luzifer 2020)
In dem abgeschiedenen Dorf Grein am Gebirge, eingeschlossen zwischen den Bergen und einem Fluss, wird eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt, der mehrere Rückenwirbel fehlen. Als Kommissar Alex Körner und sein Team mehrere Exhumierungen anordnen, nehmen die Ermittlungen eine ungeahnte Wendung. Zudem spitzt sich die Lage zu, als der vom Dauerregen stark angeschwollene Fluss über die Ufer tritt. Vom Hochwasser eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten, kommt eine schreckliche Wahrheit ans Licht und die grausamen Morde gehen weiter …
"Nichts ist, wie es scheint, bis Andreas Gruber alle Puzzleteile im finsteren Finale zu einer perfekten Weltuntergangsstimmung zusammenfügt." - Kai Meyer

Mittwoch, 25. März 2020

Olaf Buchheim vom Buchheim-Verlag zu Gast beim Vincent Preis


Interview mit Vincent Voss
 
Stell dir einen schlichten, schwarzen Raum vor, zwei sich gegenüberstehende blutrote Kanapees, einen schlichten, weiß lackierten Tisch, eine weiße Vase mit einer schwarzen Dahlie zum Inhalt. Im Hintergrund hören wir etwas Winterliches von Cryo Chamber: https://www.youtube.com/watch?v=pi8HmR1MEOQ :

 


 

VV: Moin Olaf, mehrere Bücher aus deinem jungen Verlag stehen auf der Nominierungsliste des Vincent Preis. "Der Berater" von Bentley Little und "The Silence" von Tim Lebbon haben die Endrunde erreicht. Wie findest du das?

 OB: Na absolut klasse 😊 Es freut mich und es ehrt mich vor allem auch!

 VV: Ich frage jetzt erst einmal nach, weil ich das im Interview mit Creepy Creatures gesehen habe, aber du bist wegen Christopher Golden Verleger geworden. Magst du erzählen, wie das passiert ist?

OB: Ja, gern. Ich bin schon immer Liebhaber schöner und emotionaler, guter und spannender Geschichten. Und seit Mitte der neunziger Jahre Fan der Bücher von Christopher Golden. Entdeckt hatte ich ihn während meiner Zeit an einer amerikanischen High-School. Ich fand es immer schade, dass er so gut wie nicht übersetzt wurde, habe mir die Bücher anfangs noch von meinen ehemaligen Gasteltern schicken lassen. Ende 2015 schließlich, fast 20 Jahre später, fasste ich mir ein Herz und sprach ihn an, ob er es sich vorstellen könne, mit einem absoluten Neuling in der Branche eines seiner Bücher in Deutsch zu veröffentlichen. Heute sind wir befreundet und ich weiß, dass Chris ein herzensguter Mensch ist. Damals hätte ich kaum mit einer Antwort gerechnet, geschweige mit einer Zusage. Doch die Worte, die mich dann erreichten, waren der Anfang dieser neuen Reise: „I love the idea of being your first experiment
😊

Die ersten paar Tage konnte ich vor Freude und Aufregung kaum einen klaren Gedanken fassen. Dann dämmerte mir, dass dieses Buch – und Chris und ich hatten uns bald auf DER FÄHRMANN geeinigt – gut werden sollte. Ich wollte das Vertrauen nicht enttäuschen und ich wollte ein Buch schaffen, auf das wir und Chris stolz sein konnten. Was gar nicht so leicht war, denn ich hatte damals von der Branche kaum eine Ahnung, war in vielen Dingen auch naiv. Aber es gelang mir, erfahrene und namhafte Mitstreiter von meinem Vorhaben zu überzeugen: den aktuellen Stephen King-Übersetzer Bernhard Kleinschmidt und den Herr der Ringe-Illustrator John Howe. Und Chris Aussage im Nachhinein, dass DER FÄHRMANN die wohl schönste Ausgabe eines seiner Bücher sei, hat unsere Arbeit bestätigt und die Richtung unseres Verlages schon damals ein Stückweit gelegt.


Jeno Gellinek Photography  https://www.facebook.com/Jen%C3%B6-Gellinek-Art-Direction-Photography-281906288855853/



 


VV: Also so ein bisschen dort hinein geschlittert. Wie fühlt es sich denn jetzt als Verleger an? Ist die Verantwortung eine andere geworden oder kannst du immer noch ruhig schlafen?

 OB: Ja, es hat sich vieles glücklich für uns gefügt. Und es hat mir ermöglicht, meine Leidenschaft auch ins Berufliche zu tragen. – lacht – schlafen kann ich immer noch gut. Verantwortung im klassischen Sinne, also für Mitarbeiter o.ä. haben wir auch nicht zu tragen. Es ist eher eine positive Verpflichtung den Autoren und einer erfreulicherweise immer größer werdenden treuen Leserschaft unserer Publikationen gegenüber. Und mit „positiver Verpflichtung“ meine ich, dass uns und unsere Leser und unsere Autoren eine gemeinsame Freude an schönen Büchern und guten Geschichten vereint und es diese geteilte Leidenschaft ist, die so viel Freude als Verleger bereitet.

 VV: Erzähl doch mal. Wie wählst du die Werke aus, die in deinem Verlag erscheinen?

OB: Das deckt sich ziemlich mit dem, was ich selbst mag. Oft lese ich etwas, was mir gut gefällt und ziehe es dann in Betracht für den Verlag. Mittlerweile werden auch viele Vorschläge an mich herangetragen. Dann schaue ich mir einfach an, ob es passt.

 VV: Und wenn du dich entschieden hast, wie geht es dann weiter?  

 OB: Ich bin mir nicht sicher, ob das der klassische Weg ist. Bei uns gibt es ziemlich am Anfang schon Brainstormings, was man mit dem Buch alles anstellen könnte, vor allem, wenn es eine Vorzugsausgabe werden soll. Danach geht es den üblichen organisatorischen Gang: Rechte einkaufen, übersetzen, Artworks entwerfen. Beim Äußeren und Inneren des Buches investieren wir dann doch etwas mehr Arbeit und Recherche. Alle Übersetzungen werden nochmal lektoriert und mehrfach Korrektur gelesen. Und in der Produktion achten wir auf die Materialien, schauen gern noch nach Extras und Veredelungsmöglichkeiten. Ich möchte dem Leser nicht nur eine gute Geschichte präsentieren, sondern diese Geschichte auch in einer Verpackung, die man gern behält, die einen Platz im Bücherregel findet und immer mal wieder gern in die Hand genommen wird.

 VV: Wenn man deine Bücher online kauft, landet man bei FESTA. Wie kann man das verstehen?

 OB: Die Geschichte mit Inge und Frank ist eine Geschichte, wo man wirklich geneigt sein könnte, an Schicksal zu glauben. Im Frühjahr 2017, nach dem Erscheinen von DER FÄHRMANN, war ich viel mit dem Auto unterwegs. Im Grunde in fast allen Buchhandlungen in größeren Städten im Umkreis von 2-300 Kilometern um Grimma. Eines Tages dann auch in der Buchhandlung im Leipziger Hauptbahnhof. Den Geschäftsführer konnte ich damals zwar nicht antreffen, aber ich bekam ein Gespräch an der Kasse mit, bei dem eine Frau und ein Mann nach dem FÄHRMANN fragten – natürlich erfolglos, denn ich war damals so gut wie nirgends gelistet. Aber ich sprach die beiden dann am Ausgang an, fragte nach, ob ich richtig gehört und sie gerade den FÄHRMANN von Christopher Golden erfragt hätten, dass ich der Verleger des Buches sei und ihnen gern eines zukommen lassen würde. Und du ahnst es sicher: Die beiden waren Inge und Frank Festa und es war schon ein riesiger Zufall, quasi eine Sache von Minuten – wahrscheinlich sogar Sekunden – und ich hätte das Gespräch nicht mitbekommen und wir hätten uns verpasst.

Wir waren uns von Anfang an sympathisch, hatten bei vielen Dinge ähnliche Einstellungen, und so ergab es sich irgendwann, dass die beiden uns anboten, unsere Bücher auszuliefern. Als Leser sieht man vielleicht nicht immer gleich, dass es ein gutes Stück an Infrastruktur benötigt, um Bücher schnell und wirtschaftlich zu versenden. Daher beauftragen viele Verlage eine Auslieferung, die diesen Part übernimmt. Hier wiederrum unterscheidet sich das in Auslieferungen, die auf die Belieferung des Buchhandels spezialisiert sind und Auslieferungen, die die Leser direkt beliefern.
Festa betreibt solch eine Direkt-Auslieferung im eigenen Haus und es war eine riesen Hilfe, darauf zurückgreifen zu können, und sich nicht um den Aufbau einer solchen doch ziemlich komplexen Infrastruktur kümmern zu müssen. Und da gehört auch ein funktionierender und an eben diese Infrastrukturen angebundener Onlineshop. Die Listung unserer Bücher im Festa-Shop ermöglicht also den schnellen, zuverlässigen und sogar kostenfreien Versand unserer Bücher bundesweit.

VV: Wow! Das kann ja gar kein Zufall sein! Und sehr cool vom FESTA-Verlag. Deine Bücher sind nicht über den stationären Buchhandel zu beziehen. Warum?

 OB: Das ist nicht ganz korrekt. Etliche Bücher sind ganz normal über den Buchhandel beziehbar: DER FÄHRMANN und SIEBEN PFEIFER von Christopher Golden, zwei Titel von Bentley Little, THE SILENCE von Tim Lebbon, EIN BRIEF VOM KEILERSTEIN von Christian von Aster oder DAS LABYRINTH 4 von Rainer Wekwerth.  Deine Frage trifft zu bei den Bücher der Reihe CEMETERY DANCE GERMANY sowie bei unseren Vorzugsausgaben. Das hat einen ganz simplen Grund: Allein wegen der Limitierung der Auflage wäre eine flächendeckende Versorgung des Handels gar nicht möglich. CDG ist auf 999 Exemplare limitiert, die aktuelle Vorzugsausgabe BLUTBESUDELT OZ sogar auf nur 555 Exemplare.

VV: Ich habe 2018 auf der Leipziger Buchmesse von Tim Lebbon „The Silence“ erstanden und jetzt kürzlich gelesen und ich muss sagen, zum einen hat mir das Buch sehr, sehr gut gefallen. Extrem spannend mit authentischen Figuren und einer rasanten Handlung. Doch das Buch ist ja auch optisch wie haptisch allererste Sahne. Warum machst du das? Ich meine, birgt das nicht auch ein Risiko, dass du bei hohen Preisen gehst?
 



 

 

OB: Vielen Dank – es freut mich, das zu hören. Ja, ein Risiko ist natürlich damit verbunden. Aber deine Frage beantwortest du im Grunde direkt selbst. Den Spaß, den du an dem Buch hast, den habe ich auch an schön gemachten Büchern, und dazu zählt eben auch die Optik und die Haptik – die Verpackung. So mag ich Bücher selbst am liebsten. Und deswegen machen wir sowas. Klar ist die Produktion dann deutlich aufwändiger und folglich auch kostenintensiver. Aber dafür ist es dann ein Buch, dass Freude bereitet und dass man immer mal wieder gern in die Hand nimmt.

 VV: Ansonsten habe ich mich ebenfalls sehr über die beiden Titel von Bentley Little sowie über The Mountain King von Rick Hautala gefreut. Ich muss gestehen, dein Geschmack trifft irgendwie auch meinen. Wie sind denn da die Kontakte entstanden?

 OB: Rick Hautala und Bentley Little sind ja beide Autoren des amerikanischen Cemetery Dance Publications. Daher bin ich bei meiner Recherche für Bücher der deutschen Reihe bei uns auch auf diese beiden Autoren gestoßen. Rick Hautala wiederum war zu Lebzeiten sehr eng mit Christopher Golden befreundet. So war es recht schnell möglich, den Kontakt zu Rick’s Witwe herzustellen und mit ihr über meine Idee für den MOUNTAIN King zu sprechen. Bentley Little lebt sehr zurückgezogen und hat damals eine deutsche Agentur, die ihn hier vertritt. Umso mehr freut es mich, dass ich ihn für einen weiteren, signierten Band gewinnen konnte: THE HANDYMAN, das in Kürze in der CDG-Reihe erscheinen wird. Im Übrigen illustriert von Glenn Chadbourne, und zwar mit eigens für unsere deutsche Ausgabe erstellten Zeichnungen

 VV: Sehr lobenswert neben dem Artwork finde ich auch das Lektorat und die Übersetzung. Man liest, dass da Profis am Werk sind. Wie hast du dir dein Team zusammengesucht?

 


OB: Ja, ich hatte es bei der Frage weiter oben schon angedeutet. Innen wie außen wollen wir Bücher machen, die den Leser überzeugen. Bei der Übersetzung schauen wir bei der Auswahl der passenden Übersetzerin / des passenden Übersetzers vorab auf die Art des Textes und den Stil des Autors. Und danach werden alle Übersetzungen lektoriert und korrekturgelesen. Was das Lektorat und Korrektorat angeht, haben wir mittlerweile ein festes, eingespieltes Team. So weiß meine Lektorin Claudia Pietschmann mittlerweile sehr gut, wie ich die Dinge sehe und bevorzuge, sodass die Arbeit effektiv und eingespielt abläuft.

 VV: Hat sich das Lesen für dich durch deine Tätigkeit verändert? Sprich, ich habe von Menschen gehört, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, dass dann die Leidenschaft … na will sagen, sich professionalisiert hat.

OB: Kaum. Ich lese mittlerweile gezielter in Richtung möglicher Bücher für den Verlag. Aber wir sind ja ein ziemlich kleiner Verlag und mit circa zehn Publikationen im Jahr bleibt genug Zeit, weiterhin nur zum Vergnügen zu lesen. Aktuell bin ich zum Beispiel mitten in Band 4 der DUNKLE TURM-Reihe.

VV: Du bist hauptberuflich noch in der Werbung aktiv. Also hast du noch einen sogenannten Brotjob, oder? Wie machst du das dann alles?

OB: Ja, das stimmt. Wir erstellen Broschüren oder Werbegrafiken für hauptsächlich gewerbliche Kunden und betreiben dahingehend noch eine eigene Stickerei und Textilveredelung.

Die Arbeit im Verlag ist meine Leidenschaft. Das zählt für mich eigentlich gar nicht als Arbeit. Aber natürlich ist es so, dass mir meine Frau bei vielen Dingen den Rücken freihält. – schmunzelt – und unser Mitarbeiter hat tatsächlich mittlerweile mehr zu tun, als früher noch, da ich doch auch tagsüber immer öfter immer lieber am neuen Buch arbeite. Ansonsten können wir zum Glück auf einen verlässlichen Pool an Freiberuflern zurückgreifen, die in vielen Bereichen sehr professionell und qualitativ hochwertig Aufgaben erledigen – sei es im bereits erwähnten Lektorat, aber auch im Buchsatz.

VV: Hauptberuflich Verleger wäre eine Option?

OB: Auf jeden Fall 😊

VV: Wie sieht denn ein stinknormaler Arbeitstag als Verleger aus?

 OB: Lesen. Denken. Lesen. Machen.

 VV: Okay. Kannst du mir sagen, was für dich den Reiz des Horrors ausmacht? Wie bist du dazu gekommen?

OB: Horror ist eines von ganz wenigen – wenn nicht das einzige – Genre, dass es ermöglicht, die komplette Bandbreite menschlicher Emotionen und Ängste und Hoffnung abzubilden, sei es mit übersteigertem Bösen, sei es mit übernatürlichen Elementen, sei es mit alltäglichen Horrorszenarien. Und ist es nicht genau das, was man beim Lesen einer Geschichte (mit)erleben möchte? Die Emotionen der Protagonisten - ihre Angst, Freude, Lust…?

VV: Gibt es für dich das Übersinnliche?

 OB: In jedem Fall das, was uns (noch) nicht erklärbar ist – vielleicht auch nie sein wird!

VV: Was ist dein unheimlichstes Erlebnis?

OB: Das ist nur wenige Jahre her, wir saßen im Sommer bis spät abends auf der Terrasse einer Freundin. Der Himmel war klar, und plötzlich erschien über Baumwipfeln im Südosten ein Leuchten. Viel zu groß und viel zu langsam für einen Satelliten. Zu schnell für den Mond. Vor allem hatte es keine geradlinige Bahn, auch nicht das typische Flackern von Flugzeugpositionslichtern. Und es wurde größer, schien immer näher auf uns zuzukommen.
Ungelogen. Für einen scheinbar ewig andauernden Moment schauten wir ungläubig diesem Licht nach und hatten keinerlei Erklärung für die Erscheinung…. bis es zum Glück plötzlich abstürzte und erlosch und wir etwas peinlich berührt – dass wir uns haben so irreführen lassen – bemerkten, dass es nur eine dieser chinesischen Laternen war.

VV: Okay, wir wechseln mal das Thema. Eigentlich wollte ich dich ja auf der Leipziger Buchmesse mal wieder besuchen kommen. Aber die ist ja abgesagt worden. Hast du das erwartet? Was bedeutet das für dich?

OB: Die letzten paar Tage vor der Absage hatte ich es tatsächlich schon vermutet. Es wäre schön gewesen, wenn die Absage eher hätte erfolgen können. Das hätte wohl viel Aufwand und Kosten einsparen können. Aber wir kommen damit klar. Schade war es für uns vor allem, weil auch wir uns darauf gefreut hatten, viele bekannte Gesichter, die man sonst nur selten sieht, wieder zu treffen. Uns mit Autoren, Kollegen und Lesern auszutauschen. Nicht zuletzt hätten wir ja sogar Christopher Golden und Daniele Serra zu Gast gehabt, was nun leider auch ins Wasser fallen musste.  Leider, aber absolut nachvollziehbar und richtig.

VV: Wo siehst du denn deinen Verlag in fünf Jahren?

OB: An demselben Ort voller Leidenschaft und Freude am Genre, wie derzeit. Gern natürlich mit vielen neuen Büchern von vielen neuen Autoren.

VV: Magst du den Lesenden verraten, auf was sie sich als nächstes freuen dürfen?


 OB: Klar. In Cemetery Dance Germany kommen als nächstes THE HANDYMAN von Bentley Little, ON THIS, THE DAY OF THE PIG von Josh Malerman, BERSERK von Tim Lebbon und NO ONE GETS OUT ALIVE von Adam Nevill. Ein für mich wichtiges literarisches Highlight kommt mit WESTLAKE SOUL von Rio Youers und Ende des Jahres eine Vorzugsausgabe von Thomas Finns WEISSER SCHRECKEN. Und bezüglich Josh Malerman, den man mittlerweile weltweit aufgrund seines Netflix-Hits BIRD BOX kennt, habe ich erst vor ein paar Tagen super Neuigkeiten erhalten: Die BIRD BOX-Fortsetzung MALORIE wird bei uns im Verlag in deutscher Erstauflage in einer Sammlerausgabe zusammen mit BIRD BOX erscheinen.

VV: Okay, Olaf, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Natürlich drücke ich dir die Daumen, dass eines deiner Werke nominiert wird.


OB:  Was würde mich freuen. Vielen Dank auch dir für das Interview.






Bullets (Wie aus der Pistole geschossen …)




VV: Bentley Little ist ein …

OB: begnadeter Schriftsteller mit den strangesten Ideen.

VV: Zombies oder Vampire?



 OB: Vampire

 VV: Ein Ort, wo du gerne mal längere Zeit wärst?

OB: Transsilvanien

VV: Warum?

OB: herrliche Landschaft

VV: Welches Buch hättest du unheimlich gerne verlegt?

OB: THE GREEN MILE

VV: Nebel oder Sturm?

OB: Nebel

VV: Haunted House oder Slasher?

OB: Haunted House

VV: Warum?

OB: Atmosphäre


VV: Du darfst dir eine Superheldeneigenschaft aussuchen. Welche wäre das?

OB: Das Shining

VV: Ein Autor, eine Autorin, mit dem oder der du gerne zusammenarbeiten würdest?


 OB: So ist der Verlag entstanden 😉

VV: Welche drei Tipps gibt es von dir, um eine Zombieapokalypse zu überleben?

OB: Halte dir einen Hund, baue dir ein abschottbares Versteck und lass dich nicht zu Dummheiten verführen.

VV: Welches „Monster“ findest du literarisch unterbewertet?

OB: Dr. Quietus

VV: Und welches überbewertet?

 
OB: Der Teufel

Dienstag, 24. März 2020

Nicole Renner (Interview)


Michael Schmidt: Hallo Nicole, du bist mit Verlorene Seelen aus Bad Toys 2 für den Vincent Preis 2019 nominiert. Herzlichen Glückwunsch!


Nicole Renner: Hallo Michael. Ja, ganz herzlichen Dank. 🌹🖤 Ich kann immer noch nicht fassen, dass meine Story aus so vielen tollen Geschichten, von so lieben und talentierten Kollegen in die Endrunde gewählt wurde. Ich kleines Licht… als blutiger Anfänger… 😂 Es kam so überraschend für mich und jetzt bin ich ganz schön nervös. 🙈😁
 

Sonntag, 22. März 2020

Ralf Kor - Zu Gast beim Vincent Preis


Interview mit Vincent Voss

Stell dir einen schlichten, schwarzen Raum vor, zwei sich gegenüberstehende blutrote Kanapees, einen schlichten, weiß lackierten Tisch, eine weiße Vase mit einer schwarzen Dahlie. Im Hintergrund hören wir Japanische Kampfhörspiele:  https://www.youtube.com/watch?v=q42wrzDdyMQ


VV: Moin Ralf, schön, dass du heute hier bist. Nimm bitte Platz. Was magst du trinken?

R.K.: Danke, sehr aufdringlich! Ne, Spaß. Es freut mich hier sein zu dürfen. Schön hast du es hier. Die Musik ist auch klasse! Ich nehme ein Bier.

Freitag, 20. März 2020

Erik R. Andara - Zu Gast beim Vincent-Preis

Interview mit Vincent Voss


Stell dir einen schlichten, schwarzen Raum vor, zwei sich gegenüberstehende blutrote Kanapees, einen schlichten, weiß lackierten Tisch, eine weiße Vase mit einer schwarzen Dahlie. Im Hintergrund hören wir The Dillinger Escape Plan:https://www.youtube.com/watch?v=xJc29xnuJ-8

 
VV: Moin Erik, schön, dass du heute hier bist. Nimm bitte Platz. Wieder eine Melange, wie beim letzten Mal oder darf es heute etwas anderes sein?

E.R.A.: Hallo Vincent. Schön wieder hier sein zu dürfen. Ja, eine Melange bitte. Mit einem kleinen Soda-Zitron, wenn das möglich ist. Danke.

 VV: Im Garten Numen ist als bester deutschsprachiger Roman für den Vincent-Preis nominiert worden. Ich denke, du kannst dir berechtigte Hoffnung auf eine gute Platzierung machen. Wie fühlt sich das an? Vor allem, nachdem du letztes Jahr in zwei Kategorien nominiert warst?

E.R.A.: Was soll ich sagen? Nachdem ich jetzt seit über einem Jahrzehnt darum kämpfe, mit meinen Geschichten gehört zu werden, fühlt sich das schon sehr besonders an. Um ehrlich zu sein, habe ich – wie auch bereits letztes Jahr – überhaupt nicht damit gerechnet. Ich war zwar erfreut, dass die Erstauflage von „Im Garten Numen“ innerhalb weniger  Wochen vergriffen war und ich in die Zweitauflage gehen durfte, aber dass es dann doch so ein weitreichendes Echo erzeugt, darüber bin ich erstaunt. Vor allem, wenn man sich ansieht, welche Bücher sonst noch so auf der Liste für den Preis stehen.

VV: „Im Garten Numen“ ist dein erster Roman, oder? Wie bist du da an die lange Strecke herangegangen? Hast du dieses Mal etwas mehr geplottet oder hat eher dein Bauch geschrieben?





E.R.A.: Naja, um ehrlich zu sein, ist „Im Garten Numen“ eigentlich bereits mein vierzehnter Roman, es ist bloß der erste, der auch veröffentlicht wurde. Bis jetzt habe ich die Bücher  entweder zurückgezogen, wenn sie fertig waren, weil ich sie als nicht publikationswürdig erachtet habe, oder es war geplant, sie zu veröffentlichen, und dann kam es im letzten Moment doch noch ganz anders. Vor allem in den letzten Jahren war ich da auch ein bisschen vom Pech verfolgt. Ich hatte da Einiges am Start, aus dem dann doch nichts geworden ist. Erst, seitdem ich beim White Train gelandet bin, klappt es wie am Schnürchen.

Was das Plotten anbelangt, bin ich eher ein Mischtyp. Meine Romane begleiten mich ganz lange, ehe ich mich dann auch hinsetze und sie zu schreiben beginne. Zuerst sammle ich über einen längeren Zeitraum meine Eindrücke und archiviere sie in unzähligen Notizen. Außerdem lese ich mich umfangreich in die Themen ein, schaue nach, was andere Schriftsteller und Schriftstellerinnen bereits daraus gemacht haben. Zusätzlich führe ich penible Recherchen durch, über alles, was  ich mit der Geschichte abzudecken gedenke. Das heißt, ich habe schon einen sehr konkreten Plan, wenn ich zu erzählen beginne, aber der betrifft in erster Linie den Weltenbau und die Figuren und die Umstände, unter denen sie handeln. Wenn es dann aber richtig losgeht, lasse ich meine Figuren meist ihren freien Willen. Ich möchte sie da nicht einschränken. Ich weiß auch sehr viel über sie, viel mehr, als es letztlich in die Geschichte schafft. Eigentlich folge ich mit meiner Geschichte dann bloß den Figuren. Natürlich kenne ich die Türen, durch die sie müssen, um ans Ziel zu kommen. Aber ich zwinge sie nicht, diese auch zu durchschreiten, falls sie sich dagegen wehren. Ich lasse mir von ihnen gerne einen anderen Weg zeigen, wenn wir erst einmal gemeinsam reisen.

 
VV: Hattest du einen Moment, wo du wusstest „Oh Mann, das wird ein Roman!“, oder wolltest du unbedingt einmal einen Roman schreiben und das war der geeignete Stoff dafür?

 E.R.A: Wie gesagt, habe ich bereits über ein dutzend Romane zuvor verfasst. Ich würde mich auch am ehesten als Romanschreiber bezeichnen, ich schwafle eben gerne, wenn ich erst einmal ins Erzählen komme. Kurzgeschichten sind ja die eigentlich neue Form für mich, mit denen habe ich erst vor einigen Jahren begonnen. De facto sind die Kurzgeschichten aus „Am Fuß des Leuchtturms ist es dunkel“ meine ersten, die das Niveau erreicht haben, bei dem ich sie ruhigen Gewissen in die Welt zu den Lesern und Leserinnen entlassen konnte. Womit ich mich aber sehr viel beschäftigt habe, also auch werktheoretisch, ist die Lyrik. Bevor ich mit 28 Jahren meinen ersten Roman geschrieben habe, war das meine große Liebe. Bis heute denke ich, dass ich stilistisch nicht so weit gekommen wäre, wie ich inzwischen bin, wenn ich mich nicht intensiv mit lyrischen Mitteln beschäftigt hätte. Ich halte es für die literarische Königsform. Leider auch die am stiefmütterlichsten behandelte. Aber ich selbst bin einfach zu ausschweifend, um dort  endgültig heimisch zu werden, das habe ich auch irgendwann erkennen müssen. Ich fühle mich in der langen Form des Romans einfach am wohlsten.

VV: Mit Simon, na ja und überhaupt, hast du einen speziellen Hauptcharakter erschaffen. Einen Ex-Junkie, der nicht unbedingt sympathisch wirkt. Wie hast du zu Simon gefunden und warum dieser Hintergrund?


E.R.A.: Weißt Du, in meinen eigenen Zwanzigern war der Rock and Roll für mich nicht nur Musik, er war eine umfassende Lebenseinstellung. Mit allem, was dazugehört. Ich denke, es ist verständlich, worauf ich damit hinauswill. Meine Figuren und überhaupt meine Bücher sind immer ganz eng mit meiner eigenen Lebenswelt und Erfahrung verknüpft, und so auch Simon Heymann. Heute ist das für mich ein mehr oder weniger abgeschlossenes Kapitel, aber irgendwann war das mein Leben, und natürlich begleitet mich diese Zeit immer noch, das wird sie auch stets tun. Dieses Mal hat sie sich eben in Simon manifestiert. Ich will damit nicht sagen, dass ich wie er bin oder war, das wäre gelogen. Aber ich habe ihm schon auch Einiges mitgegeben, was ich selbst als wahr und unumgänglich erachte, weil ich es eben am eigenen Leib erfahren habe.


VV: Auch die Nebenfiguren sind alle sehr fragil, haben viel erleiden müssen. Wie hast du sie angelegt? Hast du sie überhaupt im Vorfeld angelegt?

E.R.A.: Ja, gerade Monika und Katharina hatte ich von vornherein fest im Kopf. Wobei ich Monika grundlegend für eine starke Frau halte, die vielleicht mit ihrem Neuen eine falsche Entscheidung getroffen hat. Und Katharina hat diese Stärke geerbt. Ich meine, wenn man Simons Reise verfolgt, dann ist es nicht ganz einfach, ihn zu lieben, wie Du auch oben schon geschrieben hast. Andererseits ist er auch bloß ein Mensch, und Menschen machen Fehler.  Auch Frau Huber halte ich für stark, und ich hatte gehofft, dass man dass in einer bestimmten Szene ganz deutlich erkennt. Aber sie alle haben eben nicht unbedingt die Glückskarte gezogen und sich bis zu einem gewissen Stück vom Leben zurückgezogenen. Dadurch wirken sie etwas fragil. Aber oft sind es die zerbrechlichsten Menschen, bei denen man ihre wahre Stärke erst erkennt, wenn es drauf ankommt.

Wen ich in diesem Buch allerdings als wirklich zerbrechlich erachte, ist Simon selbst, und neben ihm Sabine. Beide halten sie an Illusionen fest, und beide bringt der kleinste Gegenwind ins Straucheln. Daher klammern sie sich auch zu Beginn so aneinander.

Und ja, wie gesagt, für mich sind die Figuren das Wichtigste. Bevor ich zu schreiben beginne, will ich sie kennenlernen wie meine eigene Westentasche. Ich will, dass sie für mich Geschichte und Zukunft außerhalb jenes Ausschnitts besitzen, den die Leserschaft für die Geschichte zu sehen bekommt. Ich will erst ihre Leben im Kopf haben, ein Gespür für das, was sie antreibt, und erst dann schicke ich sie auf ihre Reise.

Noch eine kleine Randanmerkungen dazu: Einige meiner Figuren werden mir so wichtig, während ich mit ihnen arbeite, dass ich es schade fände, sie nur einmal in ein Buch zu entsenden. Man kann sich also darauf einstellen, dass einige der Figuren aus „Im Garten Numen“ andernorts wieder auftauchen werden. Ganz konkret wird bereits im nächsten Roman jemand einen Auftritt haben, den die Leser und Leserinnen kennen, wenn sie Simon gefolgt sind. Aber mehr möchte ich dazu noch nicht verraten.

VV: Du zelebrierst eine ganz bestimmte Stimmung, orientierst dich sehr an einem „Magischen Realismus“. Stimmt das? Wer sind da deine Vorbilder?







E.R.A.: Ja, der Magische Realismus war mein Anfang. Ich behaupte des Öfteren, dass „Grimus“ von Salman Rushdie das Buch ist, das Schuld daran trägt, dass ich heute Phantastik schreibe. Damit sind Schriftsteller wie er und Umberto Eco, Haruki Murakami, aber auch José Saramago und Paul Auster vielleicht meine ersten und wichtigsten literarischen Anstöße im Erwachsenenleben. Aber außerdem sind es noch so, so viele mehr. Ich bin auch an harten Realisten wie etwa Michel Houellebecq, Sybille Berg, Norman Mailer und Matias Faldbakken mehr als interessiert. Und zusätzlich habe ich vor einigen Jahren noch die aktuelle Weird Fiction für mich entdeckt, das hat mir überhaupt eine gänzlich neue Welt eröffnet. Was mich an Büchern oft am meisten fasziniert, ist, wenn sie neben all den großen Phantastikkonzepten den Realismus nicht vergessen. Das, was wir tagtäglich am eigenen Leib, an der eigenen Seele erfahren. Das ist für mich die wirkliche Kunst. Dort ist es dann auch, wo die Magie stattfindet, der Absprungpunkt, der einem aus dem eigenen Leben gestattet, in all diese unglaublichen und großartigen Welten einzutauchen.

VV: Und wie bist du auf den imaginären Ort Fugenschlag und seine Bewohnenden gekommen? Sowohl Ort, Bewohner und den heißen Sommer fand ich übrigens sehr gelungen. Ein deutschsprachiges Pendant zu großen Schöpfern der South-Gothic-Bewegung.


E.R.A.: Ein riesiges Dankeschön für dieses Kompliment. Hier kommen wieder große Vorbilder wie William Faulkner oder John Steinbeck ins Spiel. Außerdem habe ich einen größeren Teil meiner Kindheit bei meiner Großmutter in einem verschlafenen Nest inmitten des Dunkelsteinerwalds verbracht. Und damit wären wir auch schon wieder bei meiner eigenen Welt. In diesen kleinen ausgelagerten Ortschaften abseits der Zivilisation herrschen eigene Regeln und dort erlebt man eine ganz eigene Stimmung. Dort, wo es allgemein schweigsamer ist, da hört man mehr von der Welt, die uns umgibt. Und diese Welt ist immer noch ein geheimnisvoller und bedrohlicher Ort. Wir wissen so wenig über sie, auch wenn wir uns gerne in der Vorstellung wiegen, dass wir sehr aufgeklärt sind. Aber nachts im Wald gelten andere Regeln als in einer niemals dunklen Großstadt. Dort draußen kann sich ein Teil unseres Unterbewusstseins noch zu gut an jene Zeiten erinnern, als die Dunkelheit voller bedrohlicher Mysterien, voller Monstren und Dämonen war. Diese Stimmung habe ich einzufangen gehofft, und es freut mich sehr, dass mir das gelungen scheint, wenn ich deine Rückmeldung höre.

VV: Ich sehe auf facebook, dass du sehr, sehr viel liest. Wie suchst du dir deinen Lesestoff zusammen?

E.R.A.: Hmm, wie suche ich mir den zusammen. Ich denke, dass ich zwar sehr speziell aber doch quer durch den Gemüsegarten lese. Natürlich mit Vorliebe Phantastisches, aber eben nicht nur. Jedoch ausschließlich Fiktionales. An Sachbüchern bin ich weniger interessiert. Vieles meines Lesestoffs entdecke ich sicherlich über die Beratung meines Buchhändlers, der auch ein guter Freund von mir ist. Außerdem Tipps von Schriftstellerkollegen und -kolleginnen, die ihre Leseerfahrungen mit bestimmten Büchern online posten. Zusätzlich treibe ich mich viel auf Verlagsplattformen herum und studiere mich durch die aktuellen Kataloge und Programme, schaue, was davon mich interessieren könnte. Ich bemühe mich überhaupt, tagesaktuell informiert zu bleiben, was Veröffentlichungen angeht, Bescheid zu wissen, was wo wann rauskommt. Man kann sagen, ein Großteil meines Lebens drehe sich um Literatur, und ich liebe es. Es ist genau das, womit ich mich umgeben möchte. Es macht mich glücklich. Ich möchte darin eintauchen und nie wieder hochkommen. Es gibt wohl nichts auf der Welt, was mich glücklicher macht, als zu lesen. Naja, außer mich mit meinem geliebten Hund Melvin zu beschäftigen. Nicht einmal das Schreiben, so gerne ich es mache und so groß das Bedürfnis dazu auch sein mag, kommt dem Gefühl nahe, ein wundervolles Buch in Händen zu halten. Deswegen bin ich ständig auf der Suche nach neuem Stoff, obwohl ich inzwischen schon sehr wählerisch geworden bin. Aber habe ich erst einmal eine eigenständige Erzählstimme entdeckt, die mich erreicht, dann bleibe ich dem oder der Verfasserin zumeist ein Leben lang treu. Das ist vielleicht überhaupt das Wichtigste für mich an Geschichten: Das Gefühl zu haben, dass ich etwas erlebe, das nur der- oder diejenige mir schildern kann, der oder die das eben tut, das ich aber trotzdem mit meiner eigenen Lebenswelt verknüpfen kann.

 VV: Liest du auch gerne in der Öffentlichkeit oder eher zuhause? Wien ist ja bekannt für seine Kaffeehaus-Bohème. Klischee oder Wirklichkeit?

 E.R.A.: Ich lese sogar sehr gerne in der Öffentlichkeit, insofern es nicht allzu laut und ablenkend ist. Ich bin leider sehr leicht abzulenken. Aber mich im umgebenden Kaffeehausgemurmel zu verlieren, während ich lese, das ist schon etwas Vorzügliches. So oft ich kann, verbringe ich meine Morgen mit einem guten Buch in den Wiener Kaffeehäusern. So lange noch nicht allzu viele Menschen anwesend sind, ist das eine der wunderbarsten Beschäftigungen auf der Welt. Schreiben könnte ich dort aber nicht, dazu brauche ich Zurückgezogenheit und Ruhe. Wenn es mir möglich ist, sitze ich auch gerne draußen in den Parks, und während Melvin über die Wiesen tollt, lese ich. Wobei ich es dabei vorziehe, im Schatten zu sitzen, ich mag das pralle Sonnenlicht nicht so gerne.

 VV: Ich schwenke einmal auf ein aktuelles Thema. Wie empfindest du gerade Corona? Kommst du dir auch vor, Protagonist in einem Roman zu sein?

 E.R.A.: Natürlich ist es eine Krise unbekannten Ausmaßes, daran gibt es gar nichts herumzureden. Man muss abwarten, welche konkreten Auswirkungen diese hat und wie sie sich entwickelt. Aktuell bekomme ich es aber im eigenen Leben nicht allzu stark zu fühlen, abgesehen von der Abgespanntheit, die rundherum herrscht und die ich schon als bedrückend wahrnehme. Aber ich habe immer schon ein sehr zurückgezogenes und isoliertes Leben geführt. Ich mag es, mich selbst beim Denken zu hören. Insofern sind die Folgen derzeit für mich persönlich noch nicht so gravierend. Vielleicht lernt die westliche Zivilisation ja sogar etwas daraus. Ich bin von Natur aus eher misanthropisch und pessimistisch. Aber während einer Krise halte ich es für sinnlos, sich in Pessimismus zu ergehen. Das bringt gar nichts. Also behaupte ich, es wird vorbeigehen und wir werden etwas daraus gelernt haben. In der Zwischenzeit fehlen mir aber nur die Kaffeehäuser und die Buchhandlungen wirklich schmerzhaft. An alles andere kann ich mich anpassen, ohne dass ich meinen Alltag allzu groß ändern müsste. Aber ich hoffe einfach einmal das Beste, dass es schnell vorübergeht und diejenigen, die darunter leiden, es unbeschadet überstehen. Das würde ich mir wünschen. Aber wie gesagt, ich bin zuversichtlich, das ist wohl die beste Einstellung in so einer Situation.

VV: Wie sieht das bei dir in Wien aus? Menschenleere Innenstadt? Hättest du dir so etwas einmal vorstellen können?


E.R.A.: Ja, die Straßen sind schon sehr leer. Aber ich meide ja auch sonst große Menschenansammlungen. Ich stehe an den Wochenenden schon einmal gerne frühmorgens auf, um durch die entvölkerten Straßen der Innenstadt zu flanieren. Ich genieße diesen Anblick, insofern ist es nicht unbedingt etwas Neues für mich. Die Begleiterscheinungen zurzeit sind natürlich alles andere als wünschenswert. Ich hoffe, dass die Menschen, die den Trubel und die Gesellschaft brauchen, so bald als möglich wieder Zugang dazu finden.

VV: Bist du eigentlich deinem Ziel von deiner Kunst leben zu können, naher gekommen? Und wie sieht da für dich die aktuelle Situation als Kunstschaffender aus?

 E.R.A: Ja, das bin ich tatsächlich. Ich bin zwar immer noch weit davon entfernt, aber jeder Schritt zählt. Seitdem wir das letzte Mal gesprochen haben, habe ich viele neue Leserinnen und Leser dazugewonnen. Das Ganze hat sich ein bisschen verselbstständigt, und ich bekomme inzwischen beinahe täglich irgendwie irgendwo mit, dass jemand eines meiner Bücher liest oder empfiehlt oder darum fragt. Das tut in der Seele gut. Es ist ja so, dass Bücher zu schreiben ein gewisses Maß an Zeit und Konzentration braucht, die muss man sich eben nehmen, wenn man aber daneben schauen muss, wie man durch andere Tätigkeiten an genügend Geld kommt, um sein Leben zu finanzieren, dann frustriert das nicht nur, sondern es bremst einen auch. Realistischerweise wäre der wichtigste Schritt natürlich, einen größeren Verlag zu finden, der mehr in die PR investieren kann, der Zugang zum Feuilleton findet, der Förderungen organisieren und für dotierte Preise einreichen kann. Davon bin ich halt nach wie vor ein ganzes Stück entfernt. Aber es wird schon werden, ich bin zuversichtlich. Und wenn nicht, dann spielt das jetzt auch nicht so eine große Rolle, ich habe mich für diesen Weg entschieden und bleibe dabei. Ich war auch niemals zuvor so glücklich. Alleine legitim behaupten zu dürfen, ich sei Schriftsteller birgt für mich schon ein großes Maß an Zufriedenheit. Der Rest wird sich weisen. Wie hat unlängst jemand einer meiner älteren, erfahreneren Kollegen zu mir gesagt: Du beginnst gerade erst, aber der erste Schritt ist getan. Der erste und der letzte Schritt, das ist ja eigentlich auch alles, das zählt. Der Rest ist Geschichte.

 VV: Hast du Tipps für jemanden, der auch damit liebäugelt? Was meinst du, ist das wichtigste für angehende Schriftsteller?

 E.R.A.: Das Wichtigste? Sicher Durchhaltevermögen und eine hohe Frustrationstoleranz. Man muss es wirklich wollen. Man wird Gegenwind bekommen, und zwar viel davon. Die Leute werden einen zu Beginn einfach nicht ernstnehmen. Man wird Kritik ernten, und vieles davon auch zurecht. Man muss lernen, man muss sich ganz der Sache hingeben. Gute Bücher zu schreiben, das ist kein Ding, das man einfach einmal so nebenbei macht, das ist etwas, das alles will, das du bist und was du geben kannst. Schriftsteller muss man mit Leib und Seele sein, da darf man nicht mit einer Einstellung reingehen a la „Na probieren wir es mal“. Der Weg ist das Ziel. Hört sich zwar abgenudelt an, aber gilt hier noch mehr als woanders. Geschichten zu erzählen ist ein großes Geduldspiel, das nicht nur dann stattfindet, wenn man vor der Tastatur sitzt und fabuliert, sondern in jeder Minute jeden Tages. Das ist nichts für Übereilige. Wenn man aufsteht, wenn man sich morgens den Zeh am Türrahmen stößt, wenn man im Bad ist, wenn man unterwegs ist. Nicht nur die großen Erlebnisse, die einschneidenden, die man sich leicht merkt, sondern auch die unzähligen kleinen, alles zählt, all das bietet Material für Geschichten. Erfahrungen, Anschauungen, Gedanken, Lebenswerte, Entscheidungen. Worüber willst du erzählen, wenn du von nichts weißt? Es ist eine Berufung, kein Beruf.

Also: Hingabe, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wenn du das über Jahre hinweg durchhältst, ohne dass dir jeden Tag oder jede Woche oder nur jeden Monat jemand sagt: „Du bist gut, mach weiter so“, sondern einfach nur aus eigenem Antrieb heraus, wenn du das auf dich nehmen kannst, dann bist du dabei. Das hört sich jetzt alles so fürchterlich schwarzmalerisch an, dabei fehlt aber noch das Allerwichtigste. Bei all diesen Vorgängen musst du dir den größten Teil der Zeit denken: Wow, Geschichtenerzählen ist der geilste Scheiß. Es ist all das wert und noch viel mehr. Klar, einige wenige von den jungen werden Glück haben, werden auch so schnell zum Erfolg kommen, werden die richtigen Beziehungen haben, werden vielleicht auch einen Haufen an Talent mitbringen und dann zusätzlich noch zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, damit ihnen der harte Weg erspart bleibt. Aber glaubt mir, das wollt ihr eigentlich gar nicht. Denn wenn ihr den harten Weg geht, dann stellt ihr gleichzeitig sicher, dass ihr für den Rest eures Lebens mit genügend Stoff für alle Geschichten ausgestattet seid, die ihr jemals erzählen wollt. Und DAS  wollt ihr! Darauf könnt ihr Gift nehmen, das wollt ihr sogar unbedingt.

VV: In unserem letzten Interview sprichst du, als ich dich nach deiner Haltung zum Übersinnlichen gefragt habe, von einer allgemeinen Sinnfrage, die den Menschen begleitet und gehst darauf nicht genauer ein, weil es zu umfangreich wäre. Nun, gerade jetzt haben Zeit …

E.R.A.: Hahaha, ja. Dann schneiden wir dieses umfangreiche Thema doch zumindest einmal an. Ich denke, dass die Frage nach dem Übersinnlichen auch schon oft einfach an den Begrifflichkeiten scheitert. Denn was ist das Übersinnliche genau? Es ist doch eigentlich nur etwas, das ich nicht mit probaten, gesellschaftlich angesehenen Mitteln erklären kann. Wir im 21. Jahrhundert sind wissenschaftsgläubig. Wir sprechen hochtrabend von Wissenschaft, wenn wir diesen winzig kleinen Teil meinen, den wir erklären können, und wir benutzen Begriffe wie Übersinnliches, Paranormales, Metaphysisches oder wie auch immer, wenn wir von Dingen sprechen, für die es keine wissenschaftliche Erklärung gibt. NOCH nicht, möchte ich hier dringend anfügen. Denn wie lange ist es her, dass Gaileo Gailei sein Heliozentrisches Weltbild wiederrufen musste, wie lange, dass wir nicht mehr unumwunden an Himmel und Hölle glauben. Wie in jedem Menschenzeitalter stellen wir uns also hin und glauben, wir hätten die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Behaupten, dass nichts, was unerklärlich ist, ein Anrecht auf Existenz hätte, weil wir behaupten, wir könnten ALLES erklären oder zumindest könnten wir so tun als ob. Jetzt stell dir einmal vor, jemand würde im Mittelalter ein Handy zücken, es wäre die reinste Magie. Wir sind so eine junge Rasse, wir sind bloß ein Zwinkern im Laufe der Zeit. Und genau das ist mein Zugang zum Übersinnlichen. Ich glaube, dass es da draußen so unvorstellbar Vieles gibt, das wir (noch) nicht begreifen, geschweige denn erklären können. Was wir aber können, ist, daran zu glauben, das stand uns immer schon frei. Der Glaube ist unsere große Waffe, und hier kommt die Sinnfrage ins Spiel. Wenn ich ans Übersinnliche glaube, genauso fest, wie ich einfach glaube, dass die Menschheit eine infantile Rasse ist, die eben erst dem Gitterbett entfleucht ist, dann stellt sich mir die Frage nach dem Sinn unserer, oder spezieller, nach meiner Existenz. Was für einen Sinn soll es haben, dass wir hier sind? Der Zeitgeist wird davon dominiert, dass es  KEINEN Sinn hat, dass wir einfach Biomaterie sind, die das Glück hat, irgendwann Selbstgewahrsam entwickelt zu haben und das war es auch schon. Keinerlei Sinn. Und dann sagen wir: Aber die Wissenschaft lehrt uns, dass … dass es keine lenkende Macht gibt, dass nach dem Tod nichts kommt, dass wir alleine im All sind, dass, dass, dass … Aber einen Scheiß tut sie, sage ich dazu. Die Wissenschaft erklärt uns bloß, dass wir erst ganz am Anfang stehen und froh sein können, falls zwei herauskommt, wenn wir eins und eins zusammenrechnen.  Und genau in diesem Sinne glaube ich an das Übernatürliche. Ich glaube daran, dass sich irgendwo in den Dingen, die wir nicht erklären und nicht verstehen können, ein Sinn versteckt. Es wäre anmaßend, vom Gegenteil auszugehen. So viele kluge Köpfe sind irgendwann an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft gestoßen, und genau dort versteckt es sich, das, was uns fehlt, um Übernatürliches ausschließen zu dürfen und es zur Wissenschaft werden zu lassen.


Natürlich ist das Thema noch um so Vieles komplexer. Aber vielleicht stellen Dich diese paar inkompletten Gedanken von mir zum Thema für heute zumindest einmal zufrieden.

VV: Ja, na gut. Erik, was steht in Zukunft bei dir an?

 E.R.A.: Hahaha, Einiges. Ich habe noch so viele Geschichten in mir und ich hoffe, dass mir erlaubt sein wird, zumindest noch ein paar davon zu Papier zu bringen, und dass die Leute diese dann auch noch lesen wollen.

Zuallererst einmal erscheint jetzt aber meine zweite Geschichtensammlung namens HOTEL KUMMER im Juni. Sie wird fünf ganz aktuelle Geschichten von mir enthalten, zwei davon unveröffentlicht. Zentrales Thema wir dabei die Suche nach unmöglichen Räume sein. Die Leseprobe dazu ist bereits online. Hier ist der Link dazu: http://nighttrain.whitetrain.de/2020/02/20/hotel-kummer-leseprobe/

Sie wird auf 150 Stück limitiert sein und die Subskription wird Ende März beginnen und einen Monat dauern.

Zwischenzeitlich schreibe ich auch Geschichten für ASH – Austrian Superheroes, da wird die nächste bebilderte Erzählung aus meiner Feder in dieser Aprilausgabe erscheinen, und dann noch ein oder zwei weitere im Laufe des Jahres.

Gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Tobias Reckermann wird dann im Herbst eine Briefnovelle erscheinen namens „Lieber Herr Mordio“, die unsere realen Lebensumstände sowohl extern als auch intern mit Weird Fiction-Landschaften verschmelzen lässt. Ein sehr schönes Projekt, das mich das letzte halbe Jahr lang begleitet hat, und das ein bisschen die Tiefe der Phantastik auslotet, indem es sich durchaus seltsam und auch experimentierfreudig gibt. Das kann ich allen ans Herz legen, die gerne einmal etwas Neues – also sowohl inhaltlich als auch formal – ausprobieren möchten.

Dann habe ich im letzten Jahr einen Sword and Sorcery-Roman für und in der Welt von MALMSTURM verfasst. Eine Rollenspielwelt, deren archaischen Gefilde vom Geist der klassischen SuS und des Black Metals inspiriert wurde. Allerdings spießt sich da gerade das eine oder das andere, was mir etwas Bauchweh bereitet. Also das Buch ist eigentlich fertigeschrieben und könnte ins Lektorat, aber mit dem Organisatorischen gibt’s Probleme. Naja, hoffen wir das Beste. Geplant wäre ja, dass das ebenfalls heuer noch kommt.

Zusätzlich werde ich im Herbst die Titelgeschichte in einer durchaus populären Anthologien-Serie haben, deren Namen ich noch nicht nennen darf. Und eines meiner vergriffenen Bücher wird im selben Verlag wie diese Serie neu aufgelegt werden. Auch da muss ich mich leider noch in Schweigen hüllen.

Ansonsten feiert der White Train sein spektakuläres zehnjähriges Jubiläum und ich habe die Freude, in einem erstaunlichen Novellenkreis namens „Zeit der Feuerernte“ mit vielen talentierten Kollegen und Kolleginnen vertreten zu sein.

Zusätzlich werde in der einen oder anderen Veröffentlichung mit Kurzgeschichten vertreten sein. Also insgesamt ist das doch ziemlich viel.

Aber worauf ich mich wirklich freue und was ich kaum noch erwarten kann, ist, mit meinem nächsten Roman „Die Erloschenen“ zu beginnen. Ich habe seit einem Jahr Notizen und Grundlagen dafür gesammelt und habe die Geschichte bereits im Kopf zusammengetragen. Die eine oder andere Recherche steht noch an, aber dieses Buch brennt mir inzwischen wirklich unter den Nägeln. Ich kann es kaum noch abwarten, damit zu beginnen. Allzu viel möchte ich allerdings dazu noch nicht verraten. Wer mir auf Facebook folgt, wird von mir immer wieder einmal eine Brotkrumenspur ausgelegt bekommen. Falls es auch nur ansatzweise so wird, wie ich mir das vorstelle, wird das meine wichtigste und größte Geschichte bisher. Erscheinen soll das Buch dann Anfang 2021. Und wer weiß, vielleicht beißt ja bis dahin ein größerer Verlag an, der mir damit unter die Arme greifen möchte. Aber das zählt momentan noch nicht für mich. Jetzt ist einmal nur diese Geschichte wichtig, die erzählt werden möchte.

 VV: Vielen Dank, dass du da warst. Und immer noch freue ich mich auf Neues aus Deiner Feder und viel Glück beim Vincent Preis!

E.R.A.: Vielen lieben Dank, Vincent. Und ich wünsche auch Dir ganz viel Glück. Du bist ja ebenfalls mit Deinem Roman „Infiltriert“ für den Vincent Preis nominiert. Es würde mich auch für Dich freuen, wenn Du ihn nach Hause bringst. Alleine nominiert zu sein ist für mich schon genug der Ehre. Toi toi toi also auch für Dich!


Bullets (Wie aus der Pistole geschossen …)




VV: Ein Buch, dass du besser nicht gelesen hättest, bzw. abgebrochen hast?

E.R.A.: „Der Zementgarten“ von Ian McEwan. Musste ich nach dreißig Seiten abbrechen, weil ich die intensive Beschreibung von Sexualität zwischen kindlichen Geschwistern zu diesem Zeitpunkt einfach nicht ausgehalten habe.-

VV: Sturm oder Nebel?



E.R.A.: Nebel, definitiv. Sturm ist auch schön, aber der vertreibt den Nebel.

 VV: Du hast eine Superkraft, welche wäre das?

 E.R.A.: Als Kind wollte ich immer Wolverine sein. Inzwischen wäre mir The Watcher aus dem Marvel Universum recht.

VV: Deine Lieblingsjahreszeit?

E.R.A.: Winter. Keine Frage.

VV: Warum?


E.R.A.: Weil dann alles schön dunkel und kalt ist, und weil ich Weihnachten liebe.


VV: Poe oder Lovecraft?

E.R.A.: Poe, auch wenn es ohne Lovecraft die moderne Weird Fiction, so wie sie ist, vielleicht nicht gäbe. Er ist mir allerdings sowohl als Schriftsteller als auch als Mensch zu kontrovers (gewesen), auf eine Art, die mir nicht behagt. Ich denke, wir wissen, worauf ich hinauswill. Er war halt Rassist, sicher der Zeit geschuldet, aber trotzdem sehr unrühmlich.

VV: Du darfst mit einem Monster einen gemeinsamen, friedlichen Abend verbringen. Wer wäre das und welche Frage würdest du es stellen?

E.R.A.: Old Leech von Laird Barron wäre interessant. Was ich ihn fragen würde? Wie stehen die Sterne heute Nacht?!

VV: Slayer oder AC/DC?

E.R.A.: Slayer, am liebsten wäre mir aber nur Dave Lombardo in Fantomas.

VV: Dein Lieblingsessen?

VV:  Hmmmm, habe ich nicht, kommt auf die Stimmung an. Da tue ich mir leichter mit jenem Lebensmittel, das ich am abscheulichsten finde, das wäre Ketchup.

VV: Was fällt dir zu ENDE ein?

E.R.A.: Nächste Geschichte bitte.

Mittwoch, 18. März 2020

Der Marburg Con ist abgesagt!

Auf Grund der aktuellen Lage rund um den Corona Virus setzt der Marburg Con dieses Jahr aus.
Der Vincent Preis 2019 läuft ganz normal weiter. Eure Stimmen sind weiterhin willkommen. Wo und wie die Ergebnisse verkündet werden, ist allerdings noch offen. Gegebenenfalls wird die Nominierungsrunde verlängert. Aktuell bleibt es aber erst einmal beim Nominierungsende 30.4.2020.

Freitag, 13. März 2020

Rainer Zuch (Interview)

Michael Schmidt: Hallo Herr Zuch, herzlichen Glückwunsch, ihr Roman Planet des Dunklen Horizonts ist für den Vincent Preis 2019 nominiert worden!

Rainer Zuch: Vielen Dank! Das kommt jetzt ziemlich unerwartet, eine schöne Überraschung.

Die Schauerliste Juli 2020

An dieser Stelle wollen wir regelmäßig beachtenswerte Werke des Genres Horror und unheimliche Phantastik präsentieren. Diese Schauerliste h...