Mittwoch, 4. April 2012

Vincent Preis


Werdegang

Literaturpreise sind im Allgemeinen beliebt und recht zahlreich. Für den Künstler eine Wertschätzung seiner Arbeit, ist es für den Leser dagegen eine Entscheidungshilfe bei der schier unübersichtlichen Flut an Neuveröffentlichungen. Neben bekannten Auszeichnungen wie dem Nobelpreis oder dem Oscar existieren auch eine staatliche Anzahl an Genre-Preisen wie der Hugo Gernsback Award oder der Nebula Award.

Im deutschsprachigen Raum sind vier relativ bekannt. Der Science Fiction Club Deutschland verleiht den mit einem Geldpreis dotierten Deutschen Science Fiction Preis für den besten SF-Roman und die beste SF-Kurzgeschichte, und das schon seit den sechziger Jahren. Eine Jury wählt aus den jährlichen Neuerscheinungen die Highlights aus und kürt aus dieser Nominierungsliste den Jahrgangsbesten. Der Kurd Laßwitz Preis, benannt nach einem deutschen SF-Autor, prämiert ebenfalls die besten Beiträger zur SF, hat deutlich mehr Kategorien und wird von den sogenannten SF Profis ermittelt, also Personen, die mindestens einen Teil ihrer Einkünfte mit der Science Fiction verdienen.

Der Deutsche Phantastik Preis dagegen ist ein Leservoting. Das Internetnewsportal www.phantastik-news.de führt diese Wahl durch und wahlberechtigt sind alle Beiträge zur Phantastik. Der DPP geht auf eine Umfrage von Olaf Menke zurück, der diese Umfrage in den Achtzigern für die Leser des Phantastik News Readers beilegte. Der DPP wird jeweils im Herbst im Rahmen des Buchmesseconvent verliehen. Der Buchmessecon in Dreieich bei Frankfurt ist das jährliche Conhighlight und kann jedem Phantastikinteressierten nur ans Herz gelegt werden.

Letzter im Bunde ist der Deutsche Fantasy Preis, der herausragende Leistungen der Fantasy ehrt und vom EDFC verliehen wird. 2012 zum ersten Mal vergeben wurde der Phantastikpreis Serpah.



Das Genre „Horror und Unheimliche Phantastik“ wird mit Ausnahme des DPP bei diesen Preisen nicht berücksichtigt. International gibt es den Bram Stoker Award, ein deutsches Pendant fehlte lange Zeit.

Der DPP gab dann den Anstoß. Für die SF existiert Martin Strickers Internetseite, dort sind alle Neuerscheinungen des Jahres im Bereich der Science Fiction aufgelistet. Doch was erschien in dem jeweiligen Jahr im Genre „Horror und Unheimliche Phantastik“?

Den Überblick zu behalten ist schier unmöglich und so eröffnete ich einen Thread auf Horror Forum und die Liste an Horrorkurzgeschichten 2006 wurde länger und länger. Schnell wurde auch die Idee aufgeworfen, einen Preis ähnlich dem Bram Stoker Award ins Leben zu rufen. Doch bald zeigten sich unüberbrückbare Differenzen. Wollte die eine Fraktion einen Jurypreis ähnlich dem KLP oder dem DSFP, votierte der andere Teil für einen Leserpreis ähnlich dem DPP.

Argumente gibt es genug. Bei einem Leservoting gewinnt der, welcher die meisten Leute zur Wahl motivieren kann, im Zweifelsfall auch den Freundes- und Bekanntenkreis, der sich nicht in dem Genre auskennt und nur aus Sympathie votet.

Ein Gremium dagegen müsste erst mal bestimmt werden und es zeigt sich zumeist, dass auch dort die Interessen des eigenen Verlags oder der eigenen Werke im Mittelpunkt stehen.

Die Diskussion brachte keine Einigkeit und der gerade angedachte Preis verschwand wieder in der Versenkung.

2007 sammelte ich wieder die Kurzgeschichten des Jahres und der Wunsch nach einem Horrorpreis wiederholte sich. Ich stellte mich für die Durchführung zur Verfügung unter der Bedingung, dass es sich um ein Leservoting handelt. Der Vorschlag wurde angenommen und es wurde die beste Kurzgeschichte aus den Genres Horror oder Unheimliche Phantastik gekürt. Abstimmungsberechtigt waren alle bis zum 31.12.07 registrierten Benutzer des Forums. Der Name des Preises, ein Wortspiel bezogen auf den amerikanischen Schauspieler, wurde von Charlotte Engmann vorgeschlagen und mehrheitlich angenommen.

Die Webpräsenz des Vincent Preis ist ein Blog, der neben den Ergebnissen News aus dem Genre Horror und Phantastik bringt sowie Interviews mit den Nomninerten. Das Blog findet sich auf http://www.vincent-preis.de/.

Startpunkt war der Vincent Preis 2007 und wurde nur die Kategorie Kurzgeschichte ausgelobt.

Jetzt liest nicht jeder Kurzgeschichten und so wurde beschlossen, durch neue Kategorien mehr Leute zu bewegen, am Vincent Preis teilzunehmen. Für das Jahr 2008 wurden sechs Kategorien festgesetzt. 2009 wurde dann zum dritten Mal der Vincent Preis verliehen und die eine oder andere Änderung eingeführt. Das Wahlverfahren wurde vereinfacht, in jeder Kategorie können drei Nominierungsvorschläge gemacht werden und die Kategorien wurden etwas angepasst.

Die jährliche Verleihung des Vincent Preis erfolgt auf dem Marburg Con.

Hier die bisherigen Preisträger.


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