Dienstag, 3. Mai 2011

Interview mit Michael Preissl

Vincent Preis: Hallo Michael. Zuerst herzlichen Glückwunsch zur Vincent Preis-Nominierung der SAMHANE-Titelgrafik als Beste Grafik 2010.
Würdest du uns zunächst einiges über dich verraten?

Michael Preissl: Vielen Dank. Ich habe mich sehr über die Nominierung gefreut!
Über mich: Ich bin 33 Jahre alt und wohne mit meiner Familie nahe der Stadt Wien. Meine literarische, als auch Kino/Fernseh-Vorliebe gilt der Phantastik in all ihrer Vielfalt. Sonst gibt es nicht allzu viel zu verraten.
VP: Um was geht es in Daniel I. Russels Roman SAMHANE und mit welchen Gedanken bist du diese Grafik dafür angegangen?


MP: Samhane ist eine kleine Ortschaft im Norden Englands, die es ganz schön in sich hat.
Eine Stadt voll finsterer Kreaturen und jener Punkt, an dem die Charaktere zusammentreffen. Einer davon ist der Schriftsteller Donald Patterson, dessen Freundin entführt und nach Samhane gebracht wird. Er steht unter ziemlichen Zeitdruck, denn sollte er nicht rechtzeitig in Samhane ankommen, wird seine Verlobte vor laufenden Kameras gefoltert und gequält.
Ein weiterer ist der Monsterjäger Brian Rathbone. Er und sein Sohn halten sich schon länger in Samhane auf und arbeiten für den hiesigen Bürgermeister.
Zwischen weiteren Charakteren existiert ein grässlicher Clown, von dem ich mir gleich klar war, das er unbedingt auf das Cover musste.

VP: Wann arbeitest du am liebsten? Gibt es eine Tages- oder Nachtzeit, zu der du besonders kreativ bist?

MP: Mittlerweile arbeite ich ja nicht mehr alleine im Verlag, sondern meine Frau unterstützt mich tatkräftig. Alleine wären die Berge an Arbeit vermutlich nicht mehr zu bewältigen. Was meine Tätigkeiten im Verlag angeht, so erledige ich diese Abends/Nachts, da ich ja tagsüber einem Brotjob nachgehe. Wochenenden gehören meiner Familie.

VP: Außer Grafiker bist du auch Verlagsleiter (VOODOO-PRESS) und Herausgeber (ROSE NOIR, WICKED). Wie kommt man auf die Idee, einen Kleinverlag mit phantastischer Ausrichtung zu gründen?

MP: Die Idee einen Verlag zu gründen, entstand während des Arbeitsprozesses an meiner Anthologie "Rose Noire".
Und ich bin sehr froh darüber, diesen Schritt gegangen zu sein, denn die Arbeit mit all den Künstlern, die sich um VP tummeln macht ebensoviel Spaß, wie der persönliche Kontakt zu unseren Lesern. Seit einiger Zeit bin ich nicht nur Grafiker und Herausgeber, sondern übersetze auch den einen oder anderen Titel bei uns. Eine Arbeit die mir enorm viel Spaß macht und mich noch näher mit unseren internationalen Autoren zusammenschweißt.
Das sich unsere Arbeit lohnt, wird momentan immer öfter von stationären Buchhändlern bestätigt, denn diese fangen an, unsere Titel in ihr Sortiment aufzunehmen. Außerdem bilden sich erste tolle Kooperationen.

VP: Wie unterscheidet sich VOODOO-PRESS von anderen phantastischen Kleinverlagen?

MP: Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass wir es nicht scheuen, auch riskantere Projekte zu realisieren, wenn wir persönlich davon überzeugt sind. Weiters wollen wir eine Mischung aus nationalen, als auch internationalen Titel verlegen und uns nicht nur auf eines der beiden versteifen.

VP: Könntest du uns einiges zum deinem Verlagsprogramm verraten? Was erwartet die Leser zukünftig bei VOODOO PRESS?

MP: Wir werden uns weiterhin auf unsere Schwerpunkte, Horror, Bizarro Fiction, Mystery Crime, Thriller, Fantasy konzentrieren. Für Juni ist die Veröffentlichung der Novelle „Der Trip“ von Jeremy C. Shipp geplant. Diese wurde übrigens für den Briam Stoker Award nominiert. Im Juli wird unser erster Dark Romance Roman „Seele einer Eiche“ von Janine Höcker erscheinen. Im zweiten Halbjahr bleibt es spannend. Denn da erscheinen zwei weitere Bizarro Fiction Titel. Einer von Cameron Pierce, der andere von Jeff Burk. Die von Alisha Bionda geführte Reihe SCREAM bekommt weiteren Zuwachs. Außerdem wird bei uns eine von Alisha Bionda herausgegebene Phantastik Anthologie „Odem des Todes“ erscheinen. Gegen Ende des Jahres erscheinen dann die Titel „Master of the Moors“ von Kealan Patrick Burke, „The Other End“ von John Shirley und „Komm in die Dunkelheit“ von Daniel I. Russell.

VP: Herzlichen Dank, Michael für das Interview, viel Erfolg mit VOODOO PRESS und alles Gute für den Vincent Preis 2010.

MP: Ich danke auch.


Links:
Voodoo Press

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