Lila Graves (Interview)

 


Michael Schmidt: Hallo Lila Graves, du bist für den Vincent Preis 2025 mit deiner Storysammlung Uferlos nominiert. Herzlichen Glückwunsch

Lila Graves: Danke, damit hab ich wirklich nicht gerechnet. Das ist echt der Wahnsinn und irgendwie, ja… voll creepy!

Michael Schmidt: Jetzt bin ich mit der Tür ins Haus gefallen. Stell dich doch mal vor!

 


Lila Graves: Man nennt mich im normalen Leben Heidi, ich bin 39 Jahre jung. Uferlos ist mein Debüt. Wenn ich nicht schreibe, treibe ich Sport. 2023 hab ich einen Schreibkurs begonnen und seitdem flüstern die Stimmen lauter. Sie waren schon immer da, doch nun schreibe ich alles nieder.

Michael Schmidt: Auf deiner Homepage wird der Leser so empfangen: Ich schreibe. Du liest. Sie sterben. Außerdem steht da „Ich schreibe Horror und düstere Romanzen“. Wieso passen Horror und Liebe gut zusammen?

Lila Graves: Liebe hat genauso wie Horror viele Facetten. Sie ist eine sehr starke Emotion. Manchmal ist sie wunderschön, manchmal kann sie jedoch auch verstörend sein. Diese Ambivalenz zeigt, wie nah beides beieinander liegen kann, je nach Perspektive.

 


Michael Schmidt: Was erwartet den Leser in Uferlos?

Lila Graves: In Uferlos erwartet die Leser elf unheimliche Geschichten, die Horror in all seinen Facetten zeigen. Von Aliens über Zombies bis hin zu einem Fährmann, der Überstunden macht. Für jedes düstere Herz ist etwas dabei, einschließlich einer etwas anderen Liebesgeschichte.

 Michael Schmidt: Bisher war mir dein Name völlig unbekannt. Was schreibst du sonst so und wo findet man deine Veröffentlichungen? Veröffentlichst du im Verlag oder unabhängig?

Lila Graves: Ich veröffentliche bis jetzt unabhängig als Selfpublisher über Amazon KDP. Am 20. März erscheint meine erste Horrornovelle mit dem Titel „Not All Love Survives“, in der Liebe und Opferbereitschaft auf eine verstörende Weise miteinander verknüpft sind. Man findet mich auf Instagram unter dem Namen: un_leser_lich. Ursprünglich war dies ein reiner Bookstagram-Kanal, da ich vor einigen Jahren das Lesen wieder neu für mich entdeckt habe und mich mit anderen Leserinnen und Lesern austauschen wollte.


Ich habe ebenfalls eine Webseite, auf der man sogar kostenlose vertonte Kurzgeschichten finden können, die von Dr. Eugen Zargota auf YouTube gesprochen werden

Michael Schmidt: Ist es schwer in der Horrorszene aufsehen zu erregen und wahrgenommen zu werden?

Lila Graves: Ob es schwer ist? Naja, ich bin schon immer irgendwie der Freak gewesen, der auffällt. Durch meinen Bookstagram-Kanal hab ich viele tolle Leute kennen gelernt, darunter auch Thomas Karg, der mir sogar ein Vorwort schrieb. Manchmal muss man einfach mutig sein und auf andere zugehen. Und naja- Freaks ziehen Freaks an und Horrorlover ziehen Horrorleser an. Ich glaube so werde ich auch in der Szene wahrgenommen.

 


Michael Schmidt: Was liest du selbst so?

Lila Graves: Ich lese leidenschaftlich gern, insbesondere im Horror-Genre. Von Stephen King über Klassiker wie Frankenstein bis hin zu anderen deutschen Selfpublishern wie Thomas Karg oder Thomas McCave, mit denen ich in Kontakt gekommen bin. Auch Bücher aus der Extrem-Reihe des Festa Verlags finden sich auf meinem Lesestapel. Die Geschichten dürfen düster und verstörend sein. Ab und zu verirrt sich jedoch auch einmal eine Cozy-Fantasy-Geschichte auf meine Leseliste.

 Michael Schmidt: Und woran arbeitest du aktuell?

Lila Graves: Aktuell arbeite ich an meiner zweiten Horrornovelle, die in einem Hotel in Süditalien spielt. Eine Putzfrau ahnt nicht, dass ein herabgefallenes Kreuz einen Dämon freisetzt. Zwischen düsteren Hotelfluren und alten Legenden über Exorzismen gibt es zudem reichlich Kaffee und Tiramisu. Es wird unheimlich und köstlich, mehr verrate ich noch nicht.

 


Michael Schmidt: Noch ein Wort an die Horrorgemeinde dort draußen!

 Lila Graves: Für alle dunklen Herzen da draußen: Stay creepy!

 

 

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