Dienstag, 26. November 2019

Die Schauerliste Dezember 2019

An dieser Stelle wollen wir regelmäßig beachtenswerte Werke des Genres Horror und unheimliche Phantastik präsentieren. Diese Schauerliste hat keine Vorgaben, es werden Neuerscheinungen ebenso wie Klassiker, aber auch Youngtimer, also Geschichten, die weder alt noch neu sind, berücksichtigt. 
Auch ist es völlig egal, ob es sich um lange oder kurze Romane oder Storysammlungen handelt. Renommierte Verlage, Autoren und Kritiker nennen uns ihre Favoriten, und wir geben ihnen hier eine Plattform. 

Christian von Aster - Ein Brief vom Keilerstein (Buchheim Verlag, Neuauflage 2019)
»Und während ich es anstarrte, wurde dieses Ding plötzlich wahrhaftiger, realer. Seine Existenz war bereits auf das Äußerste beunruhigend, doch noch weit weniger grauenhaft als das, was ich erkannte, als meine Blicke dem Verlauf eines Armes folgten ...«
Im Zentrum dieses Briefes steht der Genius Dr. Erwin Sternhammers, eines Mannes, dessen schulmedizinische Karriere gegen Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch »unangemessene« Experimente an lebenden Objekten ein plötzliches Ende fand.
In seinen Schriften aber leben die Gedanken des »Frankenstein von Marburg« weiter. Nicht zuletzt weil sein Werk jungen Medizinern auch heute noch eine Chance verheißt, die prosaische Chirurgie der Gegenwart mit tieferen spirituellen Inhalten zu verbinden.
Beeindruckt von Sternhammers Visionen beginnt der Autor des vorliegenden Briefes sein Praktikum in einer entlegenen, vom engsten Stab Dr. Sternhammers geleiteten Klinik am Keilerstein.
Empfehlung von Elmar Huber



Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch House. Es ist berüchtigt, schließlich ereilte jeden seiner Bewohner einst ein grausames Schicksal. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um die vier erfolgreichsten Horrorautoren der USA zu einem Interview zusammenzubringen und das ganze live im Internet zu streamen? Was als harmloser Publicity-Spaß beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum für alle Beteiligten. Denn es kommen nicht nur die dunkelsten Geheimnisse der vier Schriftsteller ans Tageslicht, auch das Finch House selbst hütet ein dunkles Geheimnis. Aber anders als die vier Autoren möchte es dieses nicht für sich behalten. Und schon bald gibt es den ersten Todesfall ...

Markus K. Korb - Das raunende Wrack (Verlag Torsten Low, 2019)
Mirko zog den Abzug durch. Der Schuss echote durch das tief eingeschnittene Tal und schreckte Nachtvögel auf. In den bewohnten Häusern wurde nach und nach Licht gemacht.
Das Wesen kletterte unbeirrt weiter.
Habe ich danebengeschossen? Mirko lud nach, zielte lange, und als er sich sicher war, schoss er erneut. Er sah die Kugel in die schwarze Masse eindringen. Sie wurde von ihr verschluckt, ohne das Wesen aufzuhalten.
Nun war es heran. Mirko stolperte rückwärts, fiel über das Lagerfeuer und schlug sich den Kopf an einer Wehrturmzinne. Auf dem Rücken liegend sah er, wie das Etwas über die Mauerkrone stieg und sich vor ihm aufbaute.
Dann brach der Mond durch die Wolkendecke.
Mirko riss erstaunt die Augen auf.
»Du?«
(aus: »Der lange Winter«)
Markus K. Korb entführt den Leser an den zerfaserten Rand der Realität. Von Indien bis zum Kaukasus, von Cornwall bis an die Ostsee – mehr als zwanzig phantastische Erzählungen.


Die junge Musikerin Leni Draugur flieht aus Reykjavik vor ihrem gewalttätigen Mann. Sie weiß nicht, ob sie ihn in Notwehr getötet hat oder ob er ihr auf den Fersen ist – und sie weiß nicht, welcher Gedanke der schlimmere ist … Als Leni endlich spätnachts bei ihrer Halbschwester Zicky in Berlin ankommt, sitzt dort im Treppenhaus ein merkwürdig blasser kleiner Junge allein auf den Stufen. Leni nimmt sich des geheimnisvollen Jungen an, versucht ihn zu beschützen, denn in Berlin hat das »Schulwegmonster« bereits mehrere Kinder auf bestialische Art getötet. Gleichzeitig weiß sie, dass sie vor ihrem Mann erst dann sicher sein kann, wenn er tot ist. Leni gerät in den Strudel der Ereignisse, und bald weiß sie selbst nicht mehr, ist sie Täterin oder Opfer? – Ein packender Psychothriller, in dem nichts so ist, wie es scheint!



2032 findet in Köln ein Krisenreferendum der Megapolis Rhein-Ruhr statt. Thema ist die von vielen Seiten geforderte Sanierung der Rheinuferslums, in denen katastrophale Zustände herrschen. Sina Anders, die für eine Ärzteorganisation an der Veranstaltung teilnimmt, hat dazu ein besonderes Anliegen: In einem ehemaligen Bergwerk in Bochum ist eine "Subville" entstanden, ursprünglich ein Komplex von unterirdischen Industrieanlagen. Die Menschen, die dort an der Abfallverwertung, der Produktion von Nahrungsmitteln, Konsumartikeln und dergleichen arbeiten, sind vom normalen Leben abgeschnitten, hausen wie Sklaven unter menschenunwürdigen Umständen, die nie das Licht der Sonne sehen, und sind in Generationen durch Giftstoffe, verseuchtes Wasser und Strahlungen biologisch degeneriert. Kriminelle aus umliegenden Vierteln nutzen die Subville als Schlupfwinkel und haben eine unterirdische Schattengesellschaft aufgebaut, die von Verbrecherfürsten mit eigenen Gesetzesbüchern dominiert wird. Während des Referendums wird daher der Antrag gestellt, diese nicht unter Kontrolle zu bringende Subville zu einer "toten Zone" zu erklären, was jedoch weitreichende Folgen für die gesamte Megapolis haben wird, denn in der Unterwelt finden geheime Aktivitäten und grausame Experimente statt, die sämtliches Leben verändern sollen.


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